Trauerkreis für jung verwitwete in Zittau

Flyer

Und nun stehe ich allein hier!
Allein mit der Verantwortung für unsere Kinder!
Allein mit den Herausforderung des Alltags, den wir uns gemeinsam geschaffen haben.
Allein vor einer Zukunft, die es so wie wir es geplant haben, nicht mehr gibt.

So hatte ich mir mein Leben nicht vorgestellt!
Wir hatten doch noch so viel gemeinsam vor!
Noch so viele gemeinsame Pläne!

Familie, Freunde jeder fühlt mit, doch niemand fühlt wie ich. Jeder kann wieder nach Hause gehen. Ich muss hier bleiben in der Realität, die einem Alptraum ähnelt, aus dem es scheinbar kein Erwachen gibt.

Wir, das sind Daniela und andere jung Verwitwete, möchten Dich einladen, ein Stück auf diesem Weg, dem Weg der Trauer gemeinsam zu gehen. Wir wollen gemeinsam Erfahrungen austauschen. Uns gemeinsam erinnern. Gemeinsam wieder die Sonne wahrnehmen, die nie aufgehört hat auch für uns zu scheinen. Gemeinsam die Blumen wieder wahrnehmen, die am Rande des Abgrundes für uns blühen.

Organisiert und geführt werden die Treffen von Daniela Koziol. Seit 2016 bin ich als freie Trauerrednerin tätig. Durch meine Erfahrung im Umgang mit der Trauer in meiner Aufgabe, der eigenen Familie und im Bekanntenkreis, ist es mir eine Herzensangelegenheit Dir einen Raum anbieten zu wollen.

Die Treffen: Die Treffen sollen einmal im Monat stattfinden. Geplant ist Montags oder Mittwochs zum späten Nachmittag. Den Tag und die Uhrzeit wollen wir gemeinsam festlegen.

Der Ort: Löbauer Straße 33
02763 Zittau

Wenn Du Dich angesprochen fühlst und uns kennenlernen möchtest, dann übersende mir bitte Deine Kontaktdaten, damit ich mit Dir in Verbindung treten kann.

Telefon:
03583/7964522
(bitte auf dem Anrufbeantworter die Kontaktdaten hinterlassen, ich rufe zurück!)

E-Mail: info@thewhiteshape.de

Über den Tod im Leben und das Sterben

Welchen Sinn macht der Tod in unserem Leben? Der Tod, die Endlichkeit und Begrenztheit unseren irdischen Daseins. Der Tod der uns schmerzlich klar macht, dass unsere gemeinsame Zeit hier auf Erden endlich ist. Aber warum müssen wir sterben? Welchen Sinn kann der Tod haben? Besteht überhaupt eine Möglichkeit, dass der Tod einen tieferen Sinn hat? – Ich bin davon überzeugt. Unser gesamtes Leben hier auf Erden ist verbunden mit dem Tod. Wir werden unser gesamtes Leben auf den Tod vorbereitet auf den uns liebgewonnener Menschen, aber auch auf unseren eigenen. Wir nehmen ihn nur während unseres Lebens eher in Abschiedsmomenten wahr. Schon im Moment unserer Geburt wenn wir Abschied nehmen müssen von der sicheren Umgebung im Mutterleib und uns mit einer komplett neuen Umgebung vertraut machen müssen. Wenn wir unsere Milchzähne verlieren und vom Kindergarten in die Schule wechseln. Wenn sich die Wege mit den besten Freunden trennen oder wir eine neue Arbeitsstelle mehr oder weniger freiwillig antreten. Bei jedem Abschied stirbt auch ein kleiner Teil in und von uns. Ein Stück gemeinsame Vergangenheit oder liebgewonnene Gewohnheit. Wir befinden uns mit jeder Veränderung an einer Wegkreuzung in unserem Leben. Einer Kreuzung an der man sich von Weggefährten verabschiedet ,da sie andere Wege gehen, neue Begleiter kennenlernen kann, sich aber vor allem die gesamte Qualität des Weges, wie wir ihn bis dahin gegangen sind, ändern kann. Vielleicht führt er uns aus dürren Regionen in blühendes Land oder die bergige Landschaft wird zum wundervollen Dschungel. Während unseres Weges werden wir mit der Zeit feststellen, das sich auch die Qualität unseres Körpergefühls verändert. Wir werden Älter und wir erkennen, dass wir Dinge die wir immer gern gemacht haben, aus gesundheitlichen Gründen vielleicht nicht mehr tun können und wieder befinden wir uns an einer Weggabelung, an der wir entscheiden können wie unser Weg weitergehen soll. Die Kunst ist es all diese kleinen und großen Wegkreuzungen, die oftmals mit Abschieden verbunden sind, die immer wieder kleine Tode darstellen, im eigenen Leben nicht nur als ein Ende zu sehen, sondern vielmehr auch als einen Neuanfang. Als die Möglichkeit den Blickwinkel zu ändern und dadurch vielleicht ganz neue Seiten des Lebensweges kennenlernen zu können. Seiten die einen vorher noch nicht möglich waren gesehen zu werden, weil man noch nicht so weit war oder es nicht musste. Durch jeden Tod, jede Weggabelung und die Entscheidung über den weiteren Weg, bekommt man auch die Möglichkeit geschenkt, zu wachsen und stärker zu werden. Ich möchte sogar soweit gehen zu sagen, nur wenn etwas stirbt, nur durch die Weggabelungen in unseren Leben, kann etwas Anderes beginnen zu leben, etwas Neues beginnen. Wie das Samenkorn nur in der Erde neu treiben kann um reiche Frucht zu bringen, so kann auch uns jeder Abschied stärker machen.

Dieser Weg, diese Möglichkeit ist selten sichtbar, vor allem in der ersten Zeit nach dem Verlust oder der Veränderung, ist man kaum in der Lage einen Sinn zu erkennen der einem Mut und Kraft geben kann. Um so wichtiger sehe ich die Aufgabe, Menschen die sich an einer Weggabelung in Ihrem Leben befinden, zu unterstützen.

Was passiert mit uns wenn ein geliebter Mensch stirbt?

Ich sehe eine wunderschöne Kathedrale, die in „langer“ Zeit mit sehr viel Liebe, Geduld und so vielem mehr, zu einem prachtvollen und äußerst komplexen Bau entstanden ist. Dies ist unser Leben, so wie wir es kennen, lieben und leben. Und plötzlich fällt ein wichtiger Stein z.B. einer der tragenden Säulen weg. Ein Ehepartner, ein Elternteil, ein Kind, der beste Freund, der liebe Nachbar oder ein geliebtes Tier, wird aus dem Leben hier auf Erden entlassen. Seine Wärme, seine Augen, seine Worte und all das, was uns Lebewesen und speziell uns Menschen ausmacht, ist plötzlich nicht mehr greifbar. Unwiederbringbar, ist ein tragendes Bauteil verschwunden. Und was nun?

Eine zeitlang können die anderen Säulen und tragenden Elemente die Konstruktion sicherlich tragen, aber wie lange? Wie lange kann man eine Konstruktion stabilisieren die so filigran, so sensibel ist, dass schon jede kleine Veränderung zu einer Neujustierung des gesamten Gebildes führen kann? Und was passiert, wenn die Kraft nachlässt dem gewohnten Leben nachzugehen, da man die zusätzliche Last einfach nicht mehr tragen kann?

Eine Möglichkeit wäre das fehlende tragende Teil mit einem Ersatz zu stopfen. Das können z.B. viel Arbeit, extremer Sport, Betäubungsmitteln oder viele andere Dinge sein, die uns unser modernes Leben bereithält. Eine andere Möglichkeit kann sein hinzuschauen. Hinzuschauen auf das was IST, das was WAR und auf das was SEIN kann. Diese Möglichkeit sehe ich als ein Geschenk, damit wir lernen unser Leben als das zu sehen was es ist, wunderschön. Aber was soll am Leben wunderschön sein, wenn ein geliebter Mensch stirbt? Wie soll das gehen?

Wir können beginnen vorsichtig hinzuschauen, um zu sehen wie stark hat uns dieser Verlust verletzt? Wie stark wurde unsere Kathedrale beschädigt? Und wenn wir uns liebevoll dieser Bestandsaufnahme gestellt haben, können wir beginnen die Kathedrale vorsichtig und liebevoll abzutragen. Wir schauen uns die Bauteile, die z.B. für gemeinsame Erlebnisse und Erinnerungen stehen, an. Wir können sie nun markieren und achtsam zur Seite legen. Und wenn wir das Gefühl haben, die standfesten und soliden Mauern unseres Bauwerks erreicht zu haben können wir wieder mit dem Aufbau beginnen. Wir können anfangen unsere Kathedrale neu zu errichten. Und nun können wir schauen welche der abgetragenen Steine in unserem neuen Bauwerk wieder verwendet werden. Vielleicht ist es ein mutmachender Spruch des Ehepartners der nun den Grundstein eines neuen Hauptpfeilers bildet. Vielleicht ist es ein Lächeln des Kindes, was sich heut in den bunt verglasten Fenstern wiederfindet oder es ist vielleicht der Mut der Großmutter der einen dazubringt in schwindelerregende Höhen zu bauen. Und so kann jedes Lebenwesen welchem wir unsere Zeit, Liebe, Geduld und so vieles mehr geschenkt haben, ein Teil unseres Lebens bleiben. Und so können wir seelisch wachsen und unsere Kathedrale mit jedem Verlust höher, schöner und filigraner errichten. Wir haben es selbst in der Hand. Wir haben die Möglichkeit den Tod nicht nur als ein Ende sondern vorallem auch als einen Neuanfang zu sehen.

Wir sind die Erbauer unserer Kathedrale und wir entscheiden in welchem Zustand sie sich befindet und vor allem befinden wird.